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Die WollWerkstatt ist ein landwirtschaftlicher Betrieb.
Allerdings hat dieser Bauernhof mit den landwirtschaftlichen Betrieben
von heute nichts gemein. Heutzutage wird möglichst effektiv
auf Masse produziert. An den Ställen der Tiere, von denen viele
das Sonnenlicht nie zu sehen bekommen, stehen Schilder: Betreten
verboten! Wertvoller Tierbestand! Tiere werden in Produktionseinheiten
gehalten.
Das ist bei MoMiMu/WollWerkstatt anders. Hier istSelbstversorgung
die Grundlage; wie zu Zeiten, als der Hof gebaut wurde. Wir versuchen,
alles was der Betrieb braucht, auf dem Hof selbst zu erzeugen. Das
dabei auch Produkte für den Verkauf abfallen, ist eine erfreuliche
Randerscheinung - und war es auch immer.
Früher konnte man gut so leben. Dieser kleine Hof ernährte
auf zwei Hektar Fläche (!) mit zwei Kühen, zwei Schweinen
und Geflügel eine Familie mit Kindern (der Mann war Maurer)
und konnte sich auch noch einen Knecht leisten.
Heute werden auf einer Fläche von rund zehn Hektar Wiesen
und Weiden und einer Hoffläche mit Garten von knapp 2000 Quadratmtern
30 bis 50 Mutterschafe, 2 Esel, 1 Muli, 13 Hühner plus Hahn
und mehrere Entenpaare gehalten. Neben Gemüse und Kartoffeln
für den menschlichen Verzehr und Heu für die eigenen Tiere
und für den Verkauf bedeutet das zusätzlich pro Jahr bis
zu 60 Lämmer, 30 Jungenten, diverse Suppenhühner und Hähnchenbraten,
außerdem Daunen, Federn und Eier, Wolle und Felle.
Das hört sich viel an. Aufgrund der Werteverschiebung ernährt
dieser Hof aber noch nicht einmal die Arbeitskraft, die er benötigt;
und das ist eine Vollzeitarbeitskraft!
Auf einem Selbstversorgerbetrieb können die Tiere in den ihrer
Natur entsprechenden kleinen Familienverbänden glücklich
leben. Das macht mehr Arbeit und ist daher heute sehr teuer und
in Wirtschaftsbetrieben (auch in Biobetrieben) so nicht mehr möglich.
Die Walmsburger Nutz-Tiere müssen also anders Geld verdienen.
Sie sind Teil der MoMiMu-Mitmachprogramme. Sie laufen dekorativ
durch das Bild, wenn Besucher die museale Wirtschaft besichtigen
oder an Kursen teilnehmen, sie erfreuen große und kleine Menschen
mit dem schönen Bilderbuchleben auf dem Lande, das es heute
nur noch selten gibt.
Hier ist alles klein und überschaubar. Und so soll es auch
sein. So kann jede/r begreifen, dass er oder sie alles selber machen
kann, was zum Leben nötig ist. Das ist Programm.
Daran können sie /könnt Ihr teilnehmen.
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Unsere Geschichte
Über Tausende von Jahren erzeugten
die Menschen alles, was sie zum Leben brauchten, selbst. Sie bauten
sich Häuser. Sie bauten Gemüse, Getreide und Faserpflanzen
an. Sie hielten Tiere, spannen Wolle, Flachs, Hanf und Nessel, webten
und nähten sich ihre Kleidung. Sie ernteten und schlachteten,
machten Wurst und Käse, legten, kochten oder pökelten
ein.

Ihr Leben war geprägt vom Lauf des Jahres, vom Wetter und
von der Landschaft, in der die Menschen lebten. Im Frühjahr
wurden die kleinen Tiere geboren, die Hühner fingen mit dem
Eiergeschäft wieder an, das Feld wurde bestellt, die Schafe
wurden geschoren. Im Sommer wurde alles gepflegt, die Lämmer
wuchsen, das Heu wurde eingefahren, das Getreide und der Flachs
geerntet. Der Herbst brachte das reife Obst. Saft, Wein und Marmeladen
wurden gemacht. Lagergemüse wurde in Mieten aufgesetzt oder
eingekellert. Dann kam der erste Frost und machte den Fliegen den
Garaus. Erst dann konnte geschlachtet und gewurstet werden. Die
Spinnräder wurden hervorgeholt, die Webstühle klapperten,
es wurden Körbe geflochten. Arbeiten, die sich in gemütlicher
Runde am warmen Ofen erledigen ließen.
Das Jahr wurde begleitet von Bräuchen und Festen.
Heute ist das alles anders. Unsere hochspezialisierte und technisierte
Arbeitswelt hat uns vergessen lassen, wie wir für unsere ureigensten
Bedürfnisse selber sorgen können. Der Lauf des Jahres
und das Wetter haben seine Bedeutung verloren. Schließlich
brauchen wir doch nur in den nächsten Supermarkt zu gehen,
wo wir alles kaufen können, was wir brauchen.
Aber etwas fehlt.
Dieses Etwas will das Mobile Mitmach Museum euch wieder näher
bringen. Wissen, das die Menschen über Tausende von Jahren
miteinander geteilt haben, weil es wichtig zum Überleben war
oder das Leben angenehmer machte. Wissen, das in den vergangenen
50 Jahren allmählich verloren ging, weil es niemand mehr brauchte.
Mit dem MoMiMu könnt ihr den Wechsel der Jahreszeiten und
die entsprechenden Arbeiten, Feste und Bräuche wieder erleben.
Ihr könnt lernen, Käse zu machen, Wolle zu spinnen, Senf
zu machen. Ihr könnt Eure selbst geernteten Kartoffeln in Kartoffelfeuer
rösten oder Euch mit selbst gepressten Apfelsaft betrinken.
Ihr könnt Schafe, Hunde, Esel, Hühner, Enten, Mäuse
und viele wilde Tiere und Pflanzen kennen lernen und richtig viel
Spaß dabei haben.
Wie der Name schon sagt, ist das Mobile Mitmach Museum oft unterwegs.
Mit einigen Programmen besuchen wir Schulen, Kindergärten,
Kindergeburtstage oder Hoffeste.
Mit den Eseln wandern wir durch die Elbtalaue zwischen Bleckede
und Hitzacker, im Kateminer Mühlenbachtal und in der Göhrde.
Feste Veranstaltungsorte, an denen regelmäßig Programme
des MoMiMu stattfinden sind die Wollwerkstatt Walmsburg, das Museumsdorf
Hamburg-Volksdorf, das Biohotel
Kenners LandLust und das Archäologische
Zentrum Hitzacker.
Die ReferentInnen des MoMiMu leben das, was sie vermitteln. Das
ist wie das Salz in der Suppe. Das macht unsere Veranstaltungen
so einzigartig lebendig.
Für ein unverbindliches Kennenlernen ist die Wollwerkstatt
Walmsburg Freitags, Sonnabend, Sonntags ab Ostern bis zum Ende der
Sommerzeit ab 15.00 Uhr geöffnet.
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