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Schafe und Esel

Schafherde

Milchschafe…

…stammen ursprünglich aus den fetten Marschen der Nordseeküste. Dort hat das MoMiMu seine Ursprünge, hat Andrea mit der Subsistenzwirtschaft angefangen, und dabei waren Milchschafe unumgänglich: Sie gehören einfach in jeden Selbstversorgerhaushalt.
Diese Tiere wurden„Kuh des kleinen Mannes“ genannt. Sie kamen der legendären eierlegenden Wollmilchsau ziemlich nahe (und tun es auch heute noch), konnten also zum Lebensunterhalt einen beträchtlichen Teil beitragen. Sie liefern Milch, Wolle und Fleisch.
Da sie für die sogenannten "kleinen Leute" so wichtig waren, wurden sie besonders gut gepflegt. Manchmal haben sie bestimmt auch mit am Tisch gesessen.
Durch die besonders intensive Pflege und das gute Futter in der Marsch wurden Milchschafe besonders groß und stattlich. Außerdem bekamen sie mehr Lämmer als andere Schafe, und da sie Familienanschluss hatten, konnten sie sich auch so viel Nachwuchs erlauben. Die überzähligen Lämmer wurden von Hand aufgezogen, und so setzte sich dieses Merkmal im Laufe der Jahrhunderte durch. Die MoMiMu-Schafe hatten sogar schon mal Fünflinge; Drillinge sind recht häufig.
Flaschenlämmer machen sehr viel Arbeit, daher sind sie heute – wo Arbeit so teuer geworden ist - nicht mehr erwünscht. Es gibt also nicht mehr sehr viele Milchschafe. Beim MoMiMu freuen wir uns aber über Flaschenlämmer, weil sie mit in die Kindergärten und Schulen kommen.
Milchschafe sind sehr menschenbezogen. Die großen Schafe würden auch mit zu Veranstaltungen kommen, aber die kleinen sind transportabler und lassen sich auch gerne von den Kindern die Flasche geben. Die großen würden das natürlich auch gerne noch machen, aber für sie ist Flaschenmilch ungesund.

Guteschafe

Guteschafe

Guteschafe sind eine der ältesten Schafrassen Europas. Heute kommen sie von der Insel Gotland, aber Textilfunde und Wollanalysen zeigen, dass in der Eisenzeit solche Schafe in ganz Nordeuropa verbreitet waren.
Schafe hatten nicht immer Wolle, früher trugen sie ein Haarkleid, wie andere wildlebende Tiere auch, zum Beispiel Rehe. Im Laufe der Haustiergeschichte haben unsere Schafe ein Wollkleid bekommen, das die Menschen verarbeiten konnten. Guteschafe sind den ursprünglichen Wildschafen noch sehr ähnlich. Das wird daran deutlich, dass sie im Frühsommer ihr Fell wechseln. Sie müssen also nicht geschoren werden.
Eigentlich.
Denn hier kann es manchmal zu Problemen kommen.
Da diese Schafe in den 1980er Jahren fast ausgestorben waren, wurden die verbliebenen gut 40 Tiere - um sie zu retten - mit anderen ursprünglichen Schafen gekreuzt. Dabei wurde das Merkmal des Wollwechsels beeinträchtigt. Heute gibt es wieder an die 2000 Tiere, so dass wieder verstärkt darauf geachtet wird, nur von Tieren weiter zu ziehen, die einen vollständigen Wollwechsel zeigen.
Die Guteschafe haben eine hervorragende, ursprüngliche Wolle mit einem hohen Haaranteil zum Hüte- und Schuhefilzen. Das Filzprodukt wird sehr fest.
Die Wolle ist auch ohne Vorarbeiten (Kardieren) direkt vom Schaf zu verarbeiten. Es ist auch möglich, Hüte ohne Innenform oder Seife herzustellen, weil die Wolle modellierbar ist.
Die kleine Herde der Wollwerkstatt benimmt sich ziemlich wild auf ihrer großen Weide. Diese Tiere lassen sich in keinen Stall sperren. Egal wie kalt es ist, sie brauchen den Himmel über ihren Köpfen. Wo sie nicht bleiben wollen, da gehen sie. Egal, wie hoch der Zaun ist. Im Stall nimmt der Stress für diese sehr aggressiven Tiere so zu, dass sie sich gegenseitig "an die Wand nageln“. Aber in der Natur gibt es keine Stallwände. Und in der Natur bietet Aggressivität diesen Tieren Schutz. Das „Haustier-sein“ ist bei ihnen noch nicht ganz angekommen.
Sie sind genau das Gegenteil zu den Milchschafen.

Esel Rasmus

Esel - Alte Begleiter des Menschen

Esel begleiten die Menschen schon seit Jahrtausenden. Auch in unseren Breiten war das Tier aus der Steppe einmal sehr verbreitet. Es trug Lasten, wurde vor den Karren gespannt oder zog den Pflug. Viele Geschichten und Märchen erzählen davon. Wir wollen mit unseren Eseln Rasmus und Lobosch dort anknüpfen.

Sie begleiten uns auf Wanderungen in die Elbtalaue und das Kateminer Mühlenbachtal. Sie tragen unsere Ausrüstung, Ferngläser, Spektive, Lupengläser, Bestimmungsliteratur und unsere Verpflegung. So können wir unbeschwert auf Zeitreisen gehen: mit dem Mülleresel zur Wassermühle, zur Bibersafari oder anderen naturkundlichen und kulturhistorischen Exkursionen. Außerden begleiten Rasmus und Lobosch als Packtiere die Kräuter- oder Bauersfrau auf den Markt, wo sie Kräuter, Marmeladen, Wolle und Filzprodukte feilbietet.

Unsere Ausflüge führen durch das Biosphärenreservat Elbtalaue am niedersächsischen Elbufer, durchs wild-romantische Kateminer Mühlenbachtal und durch das große Waldgebiet Göhrde. Wir veranstalten Sonntagsspaziergänge und individuelle Touren. Außerdem bieten wir mehrtägige Esel-Wanderungen mit Übernachtungen im Zelt an. Übernachtungsmöglichkeiten mit festem Dach gibt es zum Beispiel in Kenners Landlust; Schulklassen können im Biohof Tangsehl unterkommen.

Unsere Themenwanderungen dauern von 2,5 Stunden bis zu mehreren Tagen. Sie sind geeignet für Kindergärten, Schulklassen, Kaffeekränzchen, Betriebsausflüge ...

Wie alle Veranstaltungen, werden auch die Eselwanderungen auf Ihre Wünsche zugeschnitten.

Informationen und Buchungen:
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